Die Behandlung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen richtet sich nach dem jeweiligen Krankheitsbild, der individuellen Symptomatik und der persönlichen Lebenssituation. Häufig besteht eine Behandlung nicht aus einer einzelnen Maßnahme, sondern aus verschiedenen Bausteinen, die im Verlauf angepasst werden können.
Ziel ist es, gemeinsam ein medizinisch sinnvolles und im Alltag umsetzbares Behandlungskonzept zu entwickeln.
Die Behandlung neurologischer Erkrankungen ist abhängig von der jeweiligen Diagnose. Neben einer medikamentösen Therapie können beispielsweise Physiotherapie und Ergotherapie wichtige Bestandteile der Behandlung sein.
Insbesondere bei chronischen neurologischen Erkrankungen spielt die längerfristige fachärztliche Begleitung eine wichtige Rolle. Dabei werden der Verlauf der Erkrankung, Veränderungen der Beschwerden, die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Behandlung sowie gegebenenfalls notwendige Anpassungen regelmäßig beurteilt.
Auch sozialmedizinische Fragestellungen können im Verlauf einer Erkrankung relevant werden, beispielsweise wenn gesundheitliche Einschränkungen Auswirkungen auf Beruf, Alltag oder Selbstständigkeit haben.
Wenn eine weiterführende spezialisierte Behandlung erforderlich ist, wird die entsprechende Mitbehandlung durch andere Fachdisziplinen oder spezialisierte Einrichtungen empfohlen.
Einen besonderen Schwerpunkt meiner Praxis bildet die medizinische Behandlung mit Botulinumtoxin.
Botulinumtoxin vermindert vorübergehend die Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel beziehungsweise an bestimmten vegetativen Nervenendigungen. Dadurch kann eine übermäßige Muskelaktivität oder – bei bestimmten Anwendungen – eine übermäßige Schweißproduktion gezielt reduziert werden.
In der Neurologie wird Botulinumtoxin unter anderem bei chronischer Migräne, bestimmten Dystonien, Lidkrampf (Blepharospasmus), Hemispasmus facialis und Spastik eingesetzt. Darüber hinaus kann eine Behandlung bei ausgewählten weiteren medizinischen Indikationen wie Bruxismus beziehungsweise ausgeprägter Aktivität der Kaumuskulatur oder Hyperhidrose infrage kommen.
Ob eine Behandlung mit Botulinumtoxin medizinisch sinnvoll ist, wird vor der Behandlung individuell beurteilt.
Auch die Behandlung psychischer Erkrankungen kann aus unterschiedlichen Bausteinen bestehen.
Je nach Erkrankungsbild können medikamentöse Behandlung, psychoedukative Maßnahmen und psychotherapeutische Gespräche einzeln oder miteinander kombiniert werden.
Eine medikamentöse Behandlung kann beispielsweise bei Depressionen, Angst- und Panikstörungen, ADHS oder anderen psychiatrischen Erkrankungen sinnvoll sein. Auswahl, Dosierung und Dauer einer Behandlung werden individuell besprochen und im Verlauf regelmäßig überprüft.
Neben einer längerfristigen Psychotherapie biete ich insbesondere fokussierte und lösungsorientierte psychotherapeutische Gespräche bei aktuellen Belastungen, Krisen und konkreten Veränderungsanliegen an.
Auch soziale und berufliche Auswirkungen einer Erkrankung können Teil der ärztlichen Beratung und Behandlungsplanung sein.
Ergänzend kann Neurofeedback bei ausgewählten Beschwerden als nichtmedikamentöses Behandlungsverfahren eingesetzt werden.
Beim Neurofeedback wird die elektrische Aktivität des Gehirns über ein EEG erfasst und unmittelbar über visuelle oder akustische Rückmeldungen dargestellt. Durch wiederholtes Training soll die Fähigkeit unterstützt werden, bestimmte Aktivitätsmuster gezielter zu regulieren.
Neurofeedback wird insbesondere bei ADHS eingesetzt und kann dort als ergänzender Baustein eines umfassenden Behandlungskonzeptes in Betracht kommen. Ob das Verfahren im individuellen Fall sinnvoll ist, wird im Rahmen der ärztlichen Behandlung gemeinsam besprochen.
Gerade neurologische und psychiatrische Erkrankungen können sich im Laufe der Zeit verändern. Eine Behandlung, die zu Beginn sinnvoll ist, kann deshalb später angepasst oder um weitere Maßnahmen ergänzt werden.
Die regelmäßige fachärztliche Verlaufskontrolle dient dazu, die Entwicklung der Beschwerden im Blick zu behalten, die Behandlung zu überprüfen und gemeinsam die nächsten sinnvollen Schritte festzulegen.