Neurologische und psychiatrische Diagnostik

Eine sorgfältige Diagnostik bildet die Grundlage für die medizinische Einordnung von Beschwerden und die Planung einer geeigneten Behandlung. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, richtet sich nach der individuellen Symptomatik und der jeweiligen Fragestellung.

Neben dem ausführlichen ärztlichen Gespräch und der körperlich-neurologischen beziehungsweise psychiatrischen Untersuchung stehen in meiner Praxis verschiedene apparative und standardisierte Untersuchungsverfahren zur Verfügung.


Ultraschalldiagnostik

Mit Hilfe der Ultraschalluntersuchung können unterschiedliche Strukturen und Gefäße nichtinvasiv dargestellt werden.

Die Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße ermöglicht die Beurteilung des Blutflusses und kann Veränderungen der Gefäßwände sowie Verengungen der hirnversorgenden Arterien sichtbar machen. Sie kann insbesondere bei bestimmten neurologischen Fragestellungen sowie zur Einschätzung des Schlaganfallrisikos bei entsprechender individueller Risikokonstellation sinnvoll sein.

Werden relevante Gefäßveränderungen festgestellt, können weitere Risikofaktoren – beispielsweise Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes oder Nikotinkonsum – in die Beurteilung einbezogen und entsprechende präventive Maßnahmen besprochen werden. Bei ausgeprägten Gefäßveränderungen oder speziellen Befunden kann eine weiterführende gefäßmedizinische beziehungsweise neurovaskuläre Abklärung erforderlich sein.

Darüber hinaus kann Ultraschall zur Darstellung von Muskeln und peripheren Nerven eingesetzt werden und damit die neurologische Untersuchung bei ausgewählten Fragestellungen ergänzen.

Die Ultraschalluntersuchung ist schmerzfrei und kommt ohne Röntgenstrahlung aus.


EEG – Messung der Hirnaktivität

Das Elektroenzephalogramm (EEG) zeichnet die elektrische Aktivität des Gehirns über Elektroden an der Kopfoberfläche auf. Umgangssprachlich wird es deshalb auch als „Hirnstrommessung“ bezeichnet.

Das EEG kann bei unterschiedlichen neurologischen Fragestellungen eingesetzt werden, beispielsweise bei anfallsartigen Ereignissen, Bewusstseinsstörungen oder anderen Auffälligkeiten, bei denen eine Beurteilung der elektrischen Hirnaktivität sinnvoll ist.

Die Untersuchung ist schmerzfrei.


Elektrophysiologische Untersuchungen

Mit elektrophysiologischen Untersuchungen kann die Funktion von Nerven und Muskeln beurteilt werden.

Bei der Nervenleitmessung (NLG) wird untersucht, wie schnell und zuverlässig elektrische Signale über einen Nerv weitergeleitet werden. Dadurch können beispielsweise Schädigungen oder Einengungen peripherer Nerven näher eingeordnet werden.

Je nach Fragestellung kann ergänzend eine Elektromyographie (EMG) durchgeführt werden. Dabei wird die elektrische Aktivität eines Muskels untersucht. Dies kann helfen, Erkrankungen von Muskeln und Nerven weiter zu differenzieren.

Typische Fragestellungen sind beispielsweise das Karpaltunnelsyndrom, Polyneuropathien, Nervenkompressionssyndrome oder andere neuromuskuläre Beschwerden.


Standardisierte psychiatrische und neuropsychologische Diagnostik

Zur neurologischen und psychiatrischen Diagnostik können je nach Fragestellung standardisierte Testverfahren eingesetzt werden.

Hierzu gehören beispielsweise Untersuchungen von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und anderen kognitiven Funktionen mit etablierten neuropsychologischen Verfahren.

Auch bei der ADHS-Diagnostik im Erwachsenenalter kommen strukturierte Interviews, Fragebögen und standardisierte Testverfahren zum Einsatz. Dabei werden die Testergebnisse nicht isoliert betrachtet, sondern gemeinsam mit der persönlichen Entwicklung, der aktuellen Symptomatik und möglichen anderen Ursachen der Beschwerden ärztlich eingeordnet.


Welche Untersuchung ist sinnvoll?

Nicht jede Untersuchung ist bei jeder Beschwerde erforderlich. Häufig lässt sich erst nach dem ärztlichen Gespräch und der klinischen Untersuchung beurteilen, welche weiterführende Diagnostik tatsächlich sinnvoll ist.

Die Auswahl der Untersuchungen erfolgt daher individuell anhand der jeweiligen Beschwerden und medizinischen Fragestellung.

Wenn eine notwendige Untersuchung in meiner Praxis nicht durchgeführt werden kann ( z.B. ein MRT) oder eine weiterführende spezialisierte Diagnostik erforderlich ist, empfehle ich die entsprechende Abklärung in einer geeigneten fachärztlichen Praxis oder spezialisierten Einrichtung.